Der Rudertag - Faszination einer Sportart
Bericht von Hans-Otto Horstmann
Fotos von Moritz Gastreich und Friedrich Döhring
Der 1. Rauxeler Rudertag 2007 ist für die meisten von uns noch nicht vorbei. Beeindruckt von dem, was sich am 15.09.2007 am RVR abspielte, wirbeln die Empfindungen noch in unseren Köpfen umher und macht es kaum möglich, dieses Megaerlebnis halbwegs geordnet wiederzugeben.
Das Starterfeld und die Ergebnisse gibt´s hier.
Für diejenigen, die gern mehr Fotos sehen möchten, ist hier die Fotogalerie von Fritz Döhring.
Am Ende standen wir alle „ratlos" da, voller Bewunderung für die Organisatoren, die vielen „unsichtbaren" Helfer, die fairen Sportler, das mitgehende Publikum, dem angebotenen Essen und Trinken und dem fabelhaften Spätsommerwetter.
„Man könnte ja wirklich meinen, der Liebe Gott ist ein Ruderer".
Das ist die treffende Charakterisierung eines Zuschauers.
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Moritz Gastreich, der Drummer der der holländisch/ belgisch/ amerikanischen Swingcats von Frank Roberscheuten, hatte den Tipp zur Veranstaltung von Henrik Send bekommen. Schon um 21:00 Uhr hatte der begeisterte Besucher seine Fotogalerie vom Rudertag im Netz. Hier sind die stimmungsvollen Bilder auf seiner eigenen Website zu sehen. Das ist Internet - Danke Herr Gastreich.
Bei strahlendem Sonnenschein, knapp unter 20°C, pünktlich um 14:00 Uhr, leichter Hintergrundmusik, Essensduft, Aufgeregtheit bei den teilnehmenden Sportlern, Organisatoren, Helfern und Publikum war sie plötzlich da, die markante Stimme von Yorck Polus.
Und wie sie da war! Wenige Worte von ihm und schon wurden Zuschauer, auch die, die das erste Mal eine Regatta erleben konnten, in den „normalen Regattawahnsinn getrieben". Mit Yorck und seinen erfahrenen Helfern im Zielturm war selbst bei leichten Behinderungen durch die Berufsschifffahrt die Regattadurchführung in professionellen Händen. Der Zeitplan lief ab wie ein Schweizer Uhrwerk. Jedes einzelne Rennen wurde von Yorck kommentiert, er gab Erklärungen für Fachleute wie Laien.
Schnell begriff auch der letzte Besucher, was sich hier tat. 19 Mannschaften, die nach einer unfassbar kurzen Zeit von ca. 4 Trainingseinheiten sich einem Wettkampf stellten, wurden zu den eigentlichen Hauptdarstellern. Firmen, Verbände, Institutionen, Verwaltungen und freie Gruppen stellten sich einem Ruderwettkampf über die Distanz von 300 m. Eine bunte Mischung aller Berufsgruppen:
Anwälte, Angestellte, Ärzte, Beamte, Bürgermeister, Friseurinnen, Handwerker, Physiotherapeuten waren durch erfahrene Ruderer und Rudertrainer bestens vorbereitet.
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Sah man vor den Rennen noch das eine oder andere nachgiebig „wissende" Lächeln auf ein paar zuschauenden Gesichtern, so war das schon im Verlauf des ersten Rennens vorbei. Von da ab sah man in den Gesichtern nur noch Respekt, Anerkennung und große Begeisterung für die Sportlerinnen und Sportler, die unter fachmännischer Anleitung sich der Herausforderung des Rudersports gestellt haben. Ein Highlight sicherlich der Bürgermeistervierer mit unserem Bürgermeister Johannes Beisenherz als Schlagmann. Der Rudersport hatte sie alle in seinen Bann gezogen.
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Harte Vorläufe mit spannenden Bug-an-Bug Kämpfen zerrten an den Kräften der Mannschaften. Die meist etwas bessere Rudertechnik der Ruderinnen glich die größere Kraft der Ruderer aus. Und so wurde es ein fairer Wettkampf. Ab jetzt sprach niemand mehr vom starken oder schwachen Geschlecht.
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Zwischenläufe, Hoffnungsläufe, Viertel- und Halbfinale ließen bei Sportlern und Zuschauern die enorme Belastung erkennen. Jetzt waren die steuernden Coaches gefragt. Da mussten Konzentration und Willenskraft, Rhythmus und Kraft schon einmal drastisch abgefordert werden. Diejenigen, die Arbeitskollegen sind, haben nun ein anderes Verständnis für die Floskel: „Wir sitzen alle in einem Boot."
Dann der Endlauf: Die „Dreamgirls", ein nur mit Ruderinnen besetztes Boot, mit Friederike Jakschik als Coach hatte sich neben dem Männerboot „Team Kupka" mit dem Coach Henning Nierhauve und dem „Reha-Blitz" mit dem Coach Kai Sporea für das Finale qualifiziert.
Nach dem Start mussten die „Dreamgirls" schnell ihren vielen Qualifizierungsrennen Tribut zollen - Kraft, Ausdauer und Konzentration waren zu stark angegriffen.
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„Team Kupka", klug und umsichtig durch Hennig Nierhauve ins Finale manövriert, zeigte seine in den Vorläufen demonstrierte Wettkampfhärte. Die Heizungs- und Sanitärfachleute von der Alleestraße zeigten klare Kante. Da kam kein Zweifel auf ... hier rudert der Sieger ... aber ...
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... da war noch der „Reha-Blitz" mit Kai Sporea und den „Physio´s" von der Reha-Klinik in Bergkamen.
Sie stemmten sich gegen die drohende Niederlage, mussten aber zunächst das „Team Kupka" etwas ziehen lassen. Die letzten 100 m waren dann der Hammer. Kai wäre am liebsten vom Steuersitz auf einen Rollsitz gesprungen und hätte mitgerudert. Als Coach musste er so seine geballten Ruderkenntnisse auf dem Steuersitz ausspielen. Die Crew seines Arbeitgebers legte sich mächtig ins Zeug und gab alles. „Kopf zu und durch" (Zitat von Maggy Jakschik, unserer Vizeweltmeisterin bei einer anderen Ehrung) ... der Reha-Blitz siegte denkbar knapp mit wenigen Zentimetern Vorsprung.
Was für ein Finale!
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Kai Sporeas Adrenalinspiegel erhöhe sich danach nochmals, als er als Steuermann des Siegerbootes traditionsgemäß in voller Kleidung von seiner Crew geworfen im hohen Bogen ins Wasser flog.
Dann war da nur noch Beifall für Sieger und Besiegte, ein ansehnlicher Wanderpokal, Medaillen und Urkunden für alle Teilnehmer, Ehrungen und Dankesworte.
Der Vorstandsvorsitzende des Ruderverbandes NRW Eberhard Mogk aus Dinslaken ließ es sich nicht nehmen die Siegerehrung vorzunehmen. Seine Anerkennung für dieses Event ermutigt zum Weitermachen.
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Dem konnte sich unser teilnehmender Bürgermeister Johannes Beisenherz mit seinen freundschaftlichen Worten gern anschließen und ermunterte die Planer zu neuen Taten im nächsten Jahr.
Schaun mer moal.
Nachsatz:
Natürlich wurde am Abend auch noch ein wenig nachgefeiert. Viele Leute, tolle Atmosphäre!
Aber auch eine Einmaligkeit:
Den Ruderern ging das Bier aus - das war noch nie.
Etwas verdattert hat dann ein freundlicher Helfer diesen einmaligen Notstand unbemerkt von den Gästen durch den alarmierten Getränkelieferanten beseitigen können. Sachen gibt´s!!
| 17.09.2007 10:43 Uhr |


